Lesung am 11. Juni 2008
Radio FRO in Linz on Air; 19 - 21 Uhr

Spezialsendung zur 100. Ausgabe von "Summerau, 96"


 

Textvorstellungen am 21. Mai 2008
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Harte Fakten, Gleich-Gültigkeit und Metamorphosen: neue Sprachkünste
Stefan Schmitzer, Vier Schuss, Erzählung, (2007) Leykam
Andrea Grill, Zweischritt, (2007) Otto Müller
Wolfgang Bleier, Verzettelung, (2007) Otto Müller

Moderation: Katharina Riese


Stefan Schmitzers Buchdebüt erzählt in Vier Schuss von einer gelungenen Flucht aus einem Lager in eine äußerst prekäre Freiheit. Inspiriert von amerikanischen Vorbildern und Anklängen an den Symbolismus entwickelt der Autor eine Ästhetik der harten Fakten in kurzen Sätzen.

In Andrea Grills zweiten Roman bewegen sich Figuren im Zweischritt von Nähe und Entfernung durch globalen Schauplätze, die einander gleichen. Eine Stimmung der Indifferenz und generellen Unentscheidbarkeit zwischen Tun und Lassen, Beobachten- und Wegschauen-Wollen breitet sich aus.

Das Eintauchen in die ozeanische Vielfalt von Seinsweisen, die Kunst der Verwandlung, kultiviert Wolfgang Bleier mit wachsender Sprachlust. Die Prosa ist voll von Überraschungen und besticht, ganz im Gegensatz zum Titel Verzettelung durch klare geistige Führung.

 

Stefan Schmitzer, geb. 1979 in Graz, Studium in Graz und Wien, Mag.phil. Mitglied im programmFORUM des forum stadtpark, Mitherausgabe der unZine 2003-04, Musik mit FUN+STAHLBAD, literarische Publikation und redaktionelle Beiträge in verschiedenen Zeitschriften, „moonlioght on clichy. Gedichte“, Droschl 2007.

Andrea Grill, geb. 1975 in Bad Ischl, studierte Biologe. Veröffentlichungen in der „Die Furche“, in „Lichtungen“ und in „Literatur und Kritik“; Übersetzungen aus dem Albanischen; Zahlreiche Auslandsaufenthalte u.a. in Amsterdam, Tirana, Cagliari, Neuchatel und Bologna.
Buchveröffentlichung: „Der gelbe Onkel“, Roman, Otto Müller 2005.

Wolfgang Bleier, geb. 1965 in Dornbirn, Studium der Germanistik, lebt als Buchhändler in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien sowie im ORF. Lebt und arbeitet als Buchhändler in Wien.
Buchveröffentlichung: „Der Buchmacher“, Roman, Otto Müller 2005.


 

Textvorstellungen am 17. März 2008
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Diveritmento oö - Raumdeutungen
Judith Gruber-Rizy, Zwischen Landschaft, Gedichte, Drava
Ondrej Cikán, Das Ungeheuer. Ein oberösterreichisches Romänchen, Gedichte (2006) herausgg. von „Die Gruppe“
Peter Landerl, Dunkle Gestalten, Roman (2007) Bibliothek der Provinz
Günther Kaip, Die Milchstraße, arovell (2007)

Moderation: Katharina Riese


 

Teilnahme an der GAV-Lesung "Ach, Frühling. Lyrik im März" am 11. März 2008
UNIVERSITÄTSCAMPUS (vormals Altes AKH), Hof 1,
1090 Spitalgasse 2; 19 Uhr


 

Textvorstellungen am 12. November 2007
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr; 19 Uhr

Mit Worten malen … Denkfiguren, Bildersprachen
Ilija Jovanovic, Vom Wegrand, Gedichte, Drava
Maria Stahl, im federkleid der eule, Gedichte (2006) Athena Verlag, edition exemplum
Susanne Ayoub, Von der erfüllten, von der enttäuschten, von der vergangenen Liebe, Gedichte (2006) ) Edition Milo im Verlag Lehner
Emil Breisach, Augenblicke des Zauderns,Gedichte (o.J.) Bibliothek der Provinz

Moderation: Katharina Riese

Das Leben der Roma, Armut, Komik, Depression, Enttäuschung – scheinbar mühelos gelingt es Ilja Jovanovic im zweisprachigen Gedichtband „Vom Wegrand – Dromese rigatar“ mit ein paar Zeilen Bilder von großer Kraft zu (er-)finden. Das informativen Nachwort von Beate Eder-Jordan berichtet auf einer zweiten Ebene von der Position des Autors innerhalb der erst im Aufbau begriffenen Forschung zur Roma-Literatur.
Maria Stahl, im Südburgenland lebend, wählt ihre Worte und Themen aus dem traditionellen Fundus für Gedichte: Flügel, Engel, Nacht, Himmel, Wolken etc. Dennoch hält der Gedichtband „im federkleid der eule“ Überraschungen bereit. Der nachtaktive Vogel, die gefährliche Jägerin, wird zur Metapher für den von der Autorin angepeilten Umgang mit Erinnerung und Sprache.
Der mit Zeichnungen von Alfred Hrdlicka, mit dem Susanne Ayoub ein lange Freundschaft verbindet, illustrierte Band „Von der erfüllten, von der enttäuschten und von der vergangenen Liebe“ ist ein beherzter Versuch, das Genre Liebesgedicht zu bedienen. Die Wort- und Bildfolge zur Erotik ist con amore gemacht und bringt so Inhalt und Stil einander sehr nahe.

Emil Breisachs Gedichte, zusammengefasst unter dem Titel „Augenblicke des Zauderns“ üben an der Schwelle zwischen Schweigen und Reden die Tugend der Zurücknahme. Momentaufnahmen aus dem Strom des persönlichen Bewusstseins werden ausgewählt, gestaltet, kritisch gemustert und zur Diskussion gestellt.

 

Ilija Jovanovic, Schriftsteller, geb. 1950 in Rumska bei Beograd, lebt in Wien. Grund- und Hauptschule, Beschäftigung als Landarbeiter. 1971 Übersiedlung nach Wien, Arbeit in einer Metallfabrik, später Apothekenlaborant in Krankenhäusern. Stv. Obmann des Romano Centro in Wien. Buchveröffentlichung: Bündel – Budzo, Gedichte (2000).

Maria Stahl, Schriftstellerin, geb. 1941 in Vorarlberg, lebt in Jennersdorf, Südburgenland. Buchveröffentlichungen: Wenn ich mein Herzklopfen in die Waagschale werfe. Gedichte (1996), Ein Schatten fiel auf meinen Sommer. Gedichte (1997), Daß wir uns immer noch atmen. Gedichte (1999), Die Farben meiner Umarmung. Gedichte (2001), Die Jahre tragen Patina. Gedichte (2003).

Susanne Ayoub, Schriftstellerin, Regisseurin, Filmemacherin, Dramaturgin, geb. in Bagdad, Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Autorin, Dramaturgin und Regisseurin. Buchveröffentlichungen: Engelsgift. Roman (2004); Schattenbraut. Roman (2006) bei Hoffmann und Campe.

Emil Breisach, geb. 1923 in Stockerau, lebt in Graz. Studium der Kunstgeschichte, Soziologie, Philosophie, Psychologie. Seit 1946 Mitarbeit im ORF-Landesstudio Steiermark, 1967-1988 Landesintendant. Mitbegründer und Präsident (1958 – 1967) des „Forum Stadtpark“. Ab 1968 Mitbegründer „steirischer herbst“. Von 1987-2006 Begründer und Leiter der Akademie Graz. Autor zahlreicher Bühnenstücke. Buchveröffentlichungen zuletzt: Klangstaub. Gedichte (2003) und Aderngeflecht. Gedichte (2006).

 


 

Textvorstellungen am 16. Mai 2007
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Widersprüchliche Temperamente auf dem Weg zum poetischen Punkt
René Steininger, Harte Bandagen, Gedichte, Aphorismen, Prosaskizzen,
unveröffentlichtes Buchprojekt
Christian Teissl, Das große Regenalphabet, Gedichte (2006) Rimbaud
Elfriede Haslehner, Auf Schiene, Gedichte (2006) Literaturedition Niederösterreich
Peter Kraft, Medusenschild,(2004) Gedichte (2006) edition linz, Bibliothek der Provinz

Moderation: Katharina Riese

Der Titel des Buchprojekts „Harte Bandagen. Gedichte, Aphorismen, Prosaskizzen“ von René Steininger bezeichnet den Zustand der Welt. Schnell, wendig, intensiv - sowohl formal als auch inhaltlich - so peilt der Autor seine Strategie der möglichen poetischen Erwiderungen auf das je Vorgefundene an.

Dieser Vorliebe für ein schriftstellerisches „al fresco“ entgegengesetzt, webt Christian Teissl in seinem Gedichtband „Das große Regenalphabet“ ein weitschweifiges – hauptsächlich aus Naturmetaphern gesponnenes - Bezügenetz zu Personen und Erinnerungen. Mit verschiedenen Techniken der Entfremdung arbeitet der Autor am Auf- und Ausbau eines individuellen Kosmos aus Bildern, die dem Surrealismus nahe stehen.

Elfriede Haslehners Gedichtsband „Auf Schiene“ erzählt vom (ohnmächtigen) Lebensgefühl, sich rasend dem Abgrund zu nähern. Ihre Poesie besticht durch Mut zur Schlichtheit, Nüchternheit, aber auch zum Aufbegehren. Das inflationäre Wort „Frauenstandpunkt“ kommt durch diese Autorin wieder auf beweglichere Beine.

Peter Krafts „Medusenschild. Gedichte zu Holzschnitten von Felix Dieckmann“ schließlich, tendiert wieder in Richtung Absage an die Durchschaubarkeit der Welt: Seine Sprachantworten auf vorgegebene Bilder evozieren atmosphärisch schwirrende Wortgebilde. Als mentaler Grundgestus wird eine Verbeugung vor dem Gesetz des Lebens angedeutet.

 

René Steininger, 1970 in Paris geboren. Als Kind und Jugendlicher häufiger Wohnortwechsel: Prag, Helsinki, Wien, Kuwait. 1988 längerer Aufenthalt in New York. Studium der Philosophie, Romanistik und Geschichte an der Universität Wien. (Mag. Und Dr. phil.) Div. Tätigkeiten als Sprachtrainer und Jobcoach, Übersetzer und Lektor, u. a. als Lektor für deutsche Sprache und Literatur in Bukarest (2000 – 2002) und Bratislava (2002 – 2005). Regelmäßige Publikationen in Zeitschriften und Zeitungen, u. a. „Literatur und Kritik“, „Osiris“, „Entwürfe“, „Theorie und Praxis“, „Information Philosophie“ und „Wiener Zeitung“.

Christian Teissl, , 1979 geboren, lebt in Graz und Kitzeck/ Stmk. Abgeschlossenes Studium der Philosophie und Germanistik. Freier Autor und Literaturwissenschaftler. Bücher: „Entwurf einer Landschaft. Gedichte“ (2001); „Wege ins Ungereimte. Zur Lyrik von Michael Guttenbrunner“ (2005) Rimbaud. Zweisprachige Lyrikauswahl „Kisni alphabet“ in Smederevo, Serbien, mit Nachdichtungen des Belgrader Dichters Zlatko Krasni (2006).

Elfriede Haslehner, 1933 geboren in Wien, Studium der Philosophie, Germanistik und Sozialgeschichte, Dr. phil. Mitbegründerin des Wiener Frauenverlages. Veröffentlichte 6 Gedichtbände, einen Band Dialektgedichte, einen Haiku-Band, einen Prosaband sowie Lyrik und Prosa in über 40 Anthologien und Zeitschriften.

Peter Kraft, 1935 geboren in Wien, lebt in Linz. Studium der Germanistik und Romanistik, Dr. phil. Kulturredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten von 1963 bis 1972. Danach u. a. Juror und redaktioneller Leiter der „Facetten“, Literarisches Jahrbuch der Stadt Linz. Mehrere Monographien zu bildenden Künstlern. Buchpublikation zuletzt: „Schnee, der nicht zergeht. Aufzeichnungen“, Bibliothek der Provinz, 2006.

 


 

 

Textvorstellungen am 1. März 2007
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Über Verbrechen - keine Krimis
Harald Schwinger, Das dritte Moor (2006) Wieser
Peter Zimmermann, Das tote Haus (2006) Kato
Bruno Pellandini, Malinovkij. Ein Rausch (2006) Picus
Wilfried Ohms, Chimären(2004) Leykam

Moderation: Katharina Riese

Eine neue Generation von österreichischen Schriftstellern drängt mit dynamischer Erzählfreude in Richtung „Unterhaltung auf hohem Niveau“. Im Bemühen in der Konkurrenz mit den neuen Medien Publikum für die Bellestristik zurückzugewinnen, werden alle Register von Horror & Phantasy bis zu leiseren, witzigeren Töne gezogen.

In seinem Debütroman Das dritte Moor thematisiert Harald Schwinger die Verbrechen der NS-Ärzte an behinderten Kindern sowie die Weitergabe des Verdrängten an die nächsten Generationen. In der Erzählweise aufgeregt, zornig, wühlt der Autor im politischen Faulschlamm der österreichischen Geschichte.

Etwas ruhiger, distanzierter in der Erzählweise, jedoch bezüglich des Befundes nicht weniger erbittert, schildert der, ebenfalls aus Kärnten stammende, Peter Zimmermann die Rückkehr eines Amerika-Auswanderers mit „Neger“ im Schlepptau. Auch hier im Roman Das tote Haus bestimmen „geerbte“ Familiengeheimnisse das Leben der Nachgeborenen, deren Wünsche nach Selbstbestimmung, nicht in Erfüllung gehen. Die Verbrechen der Vorfahren lasten zu schwer auf ihnen.

Szenenwechsel: In einem mährischen Dorf soll am Vorabend der samtenen Revolution ein megalomanes Denkmal errichtet werden. Als Schelmenroman angelegt, tschechischen Vorbildern anverwandelt, breitet der Roman Malinovkij. Ein Rausch ein dichtes Netz menschlicher Schwächen vor uns aus. Der aus der Schweiz zugewanderte Wahlwiener Bruno Pallandini wollte, die für eine Satire, wie das Beispiel zeigt, so idealen und inzwischen schon historisch gewordenen Gesellschaftsformen im Realen Sozialismus noch einmal Revue passieren lassen.

Szenenwechsel: Südkorea, Seoul. Um Betrug – Fälschungen, Verrat und Ehebruch – geht es auch in Wilfried Ohms neuen Roman Chimären. Auf einer schiefen Ebene aus künstlerischer und emotionaler Impotenz gleitet der Held, Kunstfälscher und Familienvater, in einer linearen Bewegung vom hoffnungsvollen Anfang in den totalen Bankrott: In einem eher beiläufigen Ton vorgetragen, dominiert auch in diesem Werk unter der lakonischen Oberfläche lebhafte Erzählfreude sowie die erfolgreich umgesetzte Absicht, spannende und weltangereicherte Unterhaltungsliteratur anzubieten.

 

Harald Schwinger, geb. 1964 in Villach, lebt in Villach. Studium der Anglistik/Amerikanistik und Medienkommunikation. Zusammen mit Simone Schönett, Eva Asaad und Siegfried Ortner Gründung und Betreibung des Kollektiv Wort-Werk in Villach, das u. a. die „Nacht der schlechten Texte“ veranstaltet. kuvert

Peter Zimmermann, geb. 1961 in Villach, lebt in Wien. Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Wien. Mitarbeit an Theatern, u. a. Burgtheater und Volkstheater. Schreibt seit 1988 Beiträge für STANDARD, Die Presse, Profil und Focus. Mitarbeiter des ORF, Abteilung Kultur.
Werke: „Die Nacht hinter den Wäldern“, Roman (Deuticke, 2000), gem. mit Sabine Schaschl „Skandal Kunst“ (Springer Verlag, 2000) und „Last Exit Odessa“. Roman (Deuticke, 2002) kuvert

Bruno Pellandini, geb. 1966 in St. Gallen, Schweiz, lebt seit 1995 in ‚Wien. Er studierte Geschichte und Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Verschiedene organisatorische und kuratorische Tätigkeiten im Film- und Festivalbereich in der Schweiz und Österreich. kuvert

Wilfried Ohms, geb. 1960 in Graz, studierte Orientalistik und Philosophie in Wien. Mehrere Auslandsaufenthalte. Veröffentlichungen: „Der Brückenwärter. Roman (Edition Atelier, 1993); „Kaltenberg. Ein Abstieg. Roman (C.H.Beck, 1999); „Abschied vom Spiegelbild (C.H.Beck, 2000). „Mononoke“ (Theaterstück), Uraufführung 2002 in Seoul. kuvert

 


 

 

Textvorstellungen am 16. November 2006
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Gezählte Tage. Tod und Schreiben
Ruth Cerha, Der Gesang der Räder in den Schienen; Manuskript
Georg Pichler, Alle heiligen Zeiten; (2004) Suhrkamp
Magdalena Sadlon, Solange es schön ist; (2006) Zsolnay
Eugenie Kain, Flüsterlieder; (2006) Otto Müller

Moderation: Katharina Riese

 

 

Lesung am 24. Oktober 2006
im Stifterhaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz;

Veranstaltungsreihe: Schnittstellen Literatur und Politik
Organisation: E. Kain.
mit E. Kain, E. Klinger, K. Kumpfmüller, K. Mitterndorfer, K. Riese und L. Sploliti

 

 

Textvorstellungen am 17. Mai 2006
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Muster finden – Linien ziehen
Ditha Brickwell, 7 Leben. Poetische Frauenbiographien aus dem jahrhundert der Kriege; (2005) Freimuth& Selbst, Berlin
Ruth Aspöck, Kannitverstan; (2005) Verlag Die Donau hinunter, Wien
Ilse Kilic, Vom Umgang mit Personen; (2005) Ritter, Klagenfurt
Josef Kleindienst, Unveröffentlichtes Manuskript ohne Titel

Moderation: Katharina Riese

 

 

Textvorstellungen am 16. Jänner 2006
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Eigen. Gewicht. Erwägungen.
Michael Stiller, Lichtspiele; Czernin-Verlag, 2005
Thomas Losch, Besucher einsamer Herzen; Roman, Edition Innsalz, 2005
Paul Jaeg, Die schwarze Scheide, Ein zweischlössiger Roman; Black Ink 2005
Gabriele Petricek, Zimmerfluchten; Erzählungen, Literaturedition Niederösterreich 2005

Moderation: Katharina Riese

Auf der Suche nach dem, was zählt, was Gewicht hat, was er/zählt zu werden verdient. Schreiben als Widerstand gegen das herrschende Maß: Michael Stillers Held Klaus Nendig startet einen Selbstversuch in einem Altpapiercontainer. Wohin wird ihn dieses Diogenes-Remake führen? Thomas Loschs Ich-Erzähler durchzieht Wien als Poet der Straße. Er verweilt, schaut und hebt auf. Ganz anders Paul Jaeg in seinem Roman „Die schwarzze Scheide“, eine Suche nach der verlorenen Phantasie, ein Anlaufen gegen die Zumutungen der Norm. Gabriele Petricek schließlich portraitiert im Erzählband „Zimmerfluchten“ verschiedene Menschen im vollen Saft ihrer oft rätselhaften Prioritäten mit verblüffender erzählerischer Bravour.

 

 

Textvorstellungen am 14. November 2005
in der Alten Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien; 19 Uhr

Sichtkreise, Milieu-Studien
Wolfgang Bleier, Der Buchmacher; (2005) Otto Müller Verlag, Salzburg
Gilbert Bretterbauer, tatamis; (2004) Schlebrügge. Editor, in: Fama& Fortune Bulletin
Marietta Böning, Fehler im Betriebssystem und Rückzug ist eine Trennung vom Ort; Manuskripte
Judith Pouget, sprechen, um zu berühren; (2004) Bibliothek der Provinz, edition linz

Moderation: Katharina Riese

Die vier vorzustellenden Texte beschäftigen sich mit höchst unterschiedlichen stilistischen Mitteln kritisch mit der Gegenwart. Im Debüt-Prosaband Der Buchmacher von Wolfgang Bleier glänzt und funkelt die Satire auf eine auf Gewinn und Verlust reduzierten Welt. Gilbert Bretterbauers Prosaband tatamis eröffnet uns einen Blick in die Kunstszene. Diese Selbstdokumentation ist, wie der Name tatami (=japanische Matte) schon sagt, als Textfläche angelegt. Die Spannung, die der Text aufbaut, entsteht durch rigorosen Verzicht auf narrativen Schmuck. Marietta Bönings Prosa Fehler im Betriebssystem berichtet von der Personalfront in der Schlacht der Medien um die Gunst des Publikums mit ihrem Jargon, ihren Chargen, Finten und Risken. Judith Pouget erprobt in sprechen, um zu berühren - auch in der Wahl der Form, Briefjournal eines Sommers – eine Wiederaufnahme einer romantischen Schreibhaltung, die Empfindsamkeit und Widerstand gegen den gesellschaftlichen Druck zu vereinen sucht.